Schwarz gefärbte Haare, dunkel geschminkte Augen und Karo-Muster. Mit der Bezeichnung Emo weiß fast jeder Jugendliche etwas anzufangen. Aber Emo ist nicht gleich Emo. Hinter diesem Trend verbirgt sich mehr als nur eine Moderichtung.
“Emo” oder “Emocore” ist die Kurzform für Emotional Hardcore und war ursprünglich ein Subgenre der Hardcore-Punkmusik. Diese Musik war zwar hart und laut, in den Texten wurden jedoch Gefühle stark betont. In den meisten Fällen schrien die Sänger in ihren Liedern förmlich ihre Wut, Verzweiflung und Trauer heraus.
Inzwischen ist Emo auch als Modestil sehr bekannt und existiert unabhängig von der
Musikrichtung. Schwarz ist dabei die dominante Farbe bei der Kleidung, Haaren und den geschminkten Augen übrigens bei beiden Geschlechtern. Gemischt wird meist mit den Farben Rot und Pink,
sowohl bei der Haarfarbe, als auch bei der Kleidung. Die Haare sind aufwändig gestylt und fallen von einer Seite ins Gesicht.
Accessoires haben bei dieser Modeerscheinung einen hohen
Stellenwert. Emos tragen oft Schuhe von Vans oder Converse, meist mit einem Karomuster versehen. Typische Merkmale auf der engen Kleidung sind Kirschen, Sterne, Totenköpfe und Würfel. Abgerundet
werden die Outfits oftmals mit einem Nietengürtel um die Hüften.
Emo als Musikrichtung existiert seit den Achtziger Jahren. Neu war, dass bei der Stilrichtung Hardcore-Punk (laut, harter Sound und Schreigesang) in den Songs jetzt Gefühle ausgedrückt werden durften. Als erste richtige Emo-Band wurden “Rites of Spring” angesehen. Danach folgten Bands wie Alexisonfire, Jimmy Eat World, Boysetsfire und My Chemical Romance.
My Chemical Romance gelten zwar als Vorzeige-Emoband, können selbst aber mit dieser Bezeichnung nur wenig anfangen: ” Wir sahen nicht wie die anderen aus, hatten einen anderen Sound und andere Ideale. Gegen Emo haben wir nichts. Schön, dass es existiert. Aber die Band ist so weit gekommen, weil sie eben nichts damit zu tun hat”, meint Gerald Way, Sänger der US-Band.
Emo-Bands engagieren sich oft für politische Zwecke, Tierrechte und Veganismus. Außerdem organisieren sie viel in Eigeninitiative. Beispielsweise werden die Alben oft nur bei unabhängigen Labels in kleinen Stückzahlen produziert. Es ist auch typisch, dass sie die Preise für Konzertkarten und Merchandise-Atrikel bewusst niedrig halten.
Screamo, Mischform von scream (englisch: schreien) und Emo, ist ein Subgenre der
Musikrichtung Emocore. Es ist eine härtere Art von Emo, da in den Songs primär
geschrien wird wie der Name schon sagt. Ein Beispiel für diesen Musikstil ist die Mindener Band Distance in Embrace.
Je mehr Jugendliche sich der Modeerscheinung Emo anschließen, desto mehr Gegner
gibt es auch. In Mexiko laufen bisweilen regelrechte Hetzjagden von Punks und Gothics gegen jugendliche Emos. Außerdem wird immer öfter in Internet-Foren weltweit zu Anti-Emo-Bewegungen aufgerufen.
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